Tamara Betran Gamble

Jungs#3 – Losgelöst

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Alte Ausgeh-Regel: Je mehr man bei der Wahrheit bleibt, umso eher widerfährt einem Unvorhergesehenes. Weiterhin: Fünf Minuten vom Kennenlernen bis zum Zuschauen beim Wichsen sind nicht wirklich lang.

Lennard Bluhm hat eigentlich einen anderen Namen, aber das ist ein angemessener Preis dafür, dass wir mit ihm Hand anlegen dürfen. Wir lassen uns von seinen Geschichten erröten, staunen über Schonungslosigkeiten und knüllen unsere verschwitzen Hände in ein klebriges Taschentuch.

FOTO: Tamara Bertran

Normalerweise scannt man den Laden, begonnen bei der Theke bis hin zum Séparée, durch. Dazu benötigt man einen Platz von dem aus man alles überblicken kann und etwas zu trinken. Man macht es sich bequem und fährt das imaginäre Fernrohr aus.

-Frau mit Freund- nicht mein Typ- zu betrunken- zu gewollt-gefällt mir ganz gut- zu viel von allem- zu wenig von allem- zu sehr Prenzlberg- zu sehr Eifel- kenn ich schon- usw.-

In ein paar Sekunden hat man die Lage ge- und sich verortet. Man weiß sich zu positionieren. Nähert sich zufällig. Jetzt kann man Bewegungen studieren, Gesprächsfetzen aufschnappen um so die nächsten Schritte vorherzusagen. Meist ist es dann ein leichtes, durch einen „Zufall“ miteinander ins Gespräch zu kommen und im günstigsten Fall, später miteinander zu vögeln.

Das kann funktionieren, muss aber nicht zwangsläufig. Die alte Regel besagt, je entspannter man ist und desto weniger man es drauf anlegt, desto eher geschehen die Dinge. Wenn man loslässt, kommen die Dinge zu einem. Und an diesem Abend hatte ich mehr als losgelassen.

Ich war nicht auf der Jagd, ich war müde und wollte eigentlich nur noch nach Hause. Ich freute mich, dass ich nur 3 Minuten Fußweg bis nach Hause hatte.

Ich wollte hinaus, Sie wollten hinein. Die Ex-Freundin eines Freundes mit drei weiteren Leuten im Schlepptau. Da es für sie der Ein- für mich aber der Ausgang war, musste nun eine „Gruppe“ zurückweichen. Ich tat dies gerne und kam so mit den mir teils bekannten Gästen, ins Gespräch. „kommen grad von..“, „wollte grad Heim…“..“viel los hier?“..“ja, geht so blubber bub“… Die Gruppe bestand aus vier Personen, von denen ich drei kannte. Die vierte, eine Freundin der Ex meines Kumpels, mit der ich mich bis dahin nicht unterhalten hatte fragte mich dann, was ich jetzt machen wolle? Da ich, wie zuvor erwähnt, schon lange vorher losgelassen hatte, machte ich mir keine großen Gedanken darum, etwas Geistreiches zu sagen. Ich beschloss also, die Wahrheit zu sagen und sagte ihr, dass ich gedenke Heim zu gehen, mir einen runterzuholen und dann zu schlafen. Nicht, dass ich diesen Satz das erste Mal gegeben hätte, jedoch hab ich zuvor nie die folgende Antwort darauf gehört. „Das habe ich noch nie gesehen. Ich würd es so gern mal sehen, darf ich mitkommen?“ Da sie dies vollkommen ernst und ohne zu kokettieren erwähnte, weiß ich nicht, was mich mehr überraschte. Die Tatsache das oder die Frage ob.

Ich hatte wenig bis gar nichts dagegen einzuwenden und so befanden wir uns 5 – 7 Minuten später in meinem Schlafzimmer, auf dem Bett, wieder.

Ich war bis auf die Unterwäsche ausgezogen und fing an mich anzufassen. Sie saß mir im Bett gegenüber und starrte gebannt auf meine Hände. Diese bahnten sich ihren Weg. Über die Beine, hin zum Bauch, hoch zu meinen Nippeln in die ich leicht rein kniff. Ich hatte eine schwarze Pants an und vermied es noch, sie auszuziehen, geschweige denn mir jetzt schon an den Schwanz zu fassen.

Jemandem eine Show zu liefern war keine Premiere, jedoch auch keine Alltäglichkeit. Dieses vor einer Person zu tun, die man knapp 15 Minuten vorher kennengelernt hat, war etwas gänzlich neues.

Ich liebkoste meinen Körper nun schon eine ganze Weile. Am Hals, am Bauch, den Lenden. Durch den Umstand, eine Zuschauerin dabei zu haben, war ich nicht so schnell wie sonst dabei mit dem Wichsen zu beginnen. Alles geschah langsamer, sinnlicher, unaufgeregter. Wir redeten die ganze Zeit kein Wort miteinander. Worüber hätten wir auch sprechen sollen? Über das Leben in Hamburg, den letzten Besuch im Pudel? Ich genoss es immer mehr, den Moment hinauszuzögern und durch meine Berührungen hatte sich mein Schwanz schon leicht aufgestellt, das war jetzt deutlich zu erkennen. Ihre Blicke gingen immer wieder zu meiner Körpermitte und ich erkannte das Begehren. Allmählich sehnte ich mich ebenfalls danach, ihn herauszuholen und anzufassen.

Sie hatte sich mittlerweile ihrer Jeans entledigt und saß nun im T-Shirt und Slip, mit angezogenen Beinen am Kopfende angelehnt, gegenüber.

Ich schaute sie an und konnte neben dem sich abzeichneten Schlitz zwischen ihren Beinen auch einen dunklen Fleck erkennen. Sie war feucht. Ich war hart. Ich zog mich komplett aus und befreite nun endgültig meinen Schwanz.  Ich widerstand dem Drang ihn anzufassen. Er stand einfach nur so da. Wir schauten ihn beide an und in jenem Moment begab sich die heilvolle Begegnung auf eine weitere Ebene. War eben noch das reine Zuschauen die Abmachung gewesen, so wurde diese mit einem beherzten Griff Ihrer Hand an meinen harten Penis aufgelöst. Ich stöhnte in mich hinein und schob mich noch näher an sie heran. Sie begann mich zu wichsen und ich umfasste ihre Beine. Ich drückte und fühlte ihre Titten, ihren Rücken, ihre Hüfte, ihren Arsch. Alles war Fleisch und alles war warm und weich. Längst waren wir ineinander verschlungen und Arme, Hände und Finger ebneten sich ihren Weg und fanden was sie begehrten. Ich grub meine Finger in ihre Schenkel, zog den Saum des Slips zur Seite und schaffte es, meine Hand auf ihre Möse zu legen. Sie war warm und feucht und offen.

Ich wusste nicht einmal ihren Namen, was sie in Hamburg machte oder ihre Konfession. Ich wusste nur, dass sie gut roch, schön anzuschauen und anzufassen war. Wir waren jetzt nur noch Begehren. Hemmungslos auch im Wissen darum, dass wir uns nicht wiedersehen würden, es also bei dieser einen Begegnung bleiben sollte.

Unsere Köpfe lagen aneinander und unsere Körper waren ineinander verkeilt. Ihre Finger, meine empfindliche Schwanzhaut vor- und zurückziehend, kratzten über die nun freiliegende Spitze. Meine Hand, auf der sie mittlerweile saß, befand sich mit je einem Finger im vorderen und im hinteren Eingangsbereich der mir bis vorhin noch Unbekannten, getrennt nur durch die dünne Trennwand. Ich spürte meine Finger in ihren Körperöffnungen. Wir stöhnten einander ins Ohr, zogen mit den freien Händen an Haaren oder kniffen ins unbekannte Fleisch. Wir begannen uns um uns zu drehen und zu winden und kippten zur Seite. Ich spürte ihren Atem an meinem Schwanz, wie sie ihn aufnahm, an ihm sog und ihre Zunge schnelle, leckende  Bewegungen  vollführte. Ich tat es ihr nach, indem meine Zunge tief in sie eindrang und ich gleichzeitig versuchte die Nässe, die aus ihr herauslief, mit meinem Mund aufzufangen. Mein Kopf war zwischen ihren Schenkeln, während sie meine Eier in den Mund nahm und daran saugte. Wir stöhnten in den Schoß des anderen und immer schneller wurde geleckt, getrunken und gebissen. Es war so ekstatisch und elementar. Alles war gültig in jenem Moment und keine falsche Scham brach sich Bahn. Ich trank sie, ich atmete sie, ich war sie, sie schrie auf, ich spritzte ab. In ihren Mund.

Wir saßen uns nackt gegenüber im Schneidersitz und rauchten zusammen. Fast schon etwas vertraut. Ihr Handy klingelte und sie sagte, sie müsse nun gehen.

Ich ließ, als sie kurz darauf ging, das ganze nochmal Revue passieren und schlief zufrieden ein. Ich war losgelöst.

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