Schwarzenegger is my idol1

Schwarzen egger

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Sieht man heute posierende Muskelmänner, muss man unweigerlich grinsen und ist im Kopf voller Stereotype: Anabolika, kleine Pimmel, wenig Intelligenz. Schaut man jedoch in die frühen 80er, war es DAS Bild der Männlichkeit.

Tobi Wienke arbeitet als Journalist, wühlt sich auch mal in Wacken nackt durch den Schlamm und kann in unseren Augen selbst gar nicht anders, als beneidenswert maskulin zu sein.

FOTOS: Sergey Melnitchenko

He-Man war das Lieblingsspielzeug der Jungs, heimlich Schwarzegger und Stallone-Filme auf Video schauen ging dank großem Bruder vom Kumpel – und ich selbst habe in den frühen 90ern in einem Freizeitpark eine Fotomontage von mir als Conan, der Barbar, anfertigen lassen. (für die Jüngeren: damals hatte noch niemand ne Digitalkamera und Photoshop passte auf ne Diskette.[1])

Irgendwie fand man sie cool, Muskelmänner. Und dann endete der Trend abrupt – He Man war statt Bodybuilder nur noch durchtrainiert, Actionhelden nicht mehr unbedingt Bodybuilder. Und das Klischee blieb. Kleine Pimmel. Wie kann das sexy sein?

Schaut man sich die Bilderserie an, erahnt man, was irgendwann von antiken Stauen abgeschnitten wurde. Aber unweigerlich stehen die Körper im Vordergrund – weniger die Geschlechtsteile. Was vielleicht daran liegt, dass nicht-erigierte Schwänze immer unspektakulär sind. Es sei denn, es sind ausgewiesene Fleischpimmel – aber irgendwie scheinen die selten zu sein. Oder habt ihr schonmal nen Kerl sagen hören: „Hey, der ist jetzt zwar groß, wird aber nicht viel größer?“ Nein, öfter hört man: „Der ist zwar jetzt klein – aber wenn ich geil werden, dann….“

Nun, ich schweife ab. Auch ich erwische mich im Fitnessstudio, wenn ich die Pumper sehe, beim Klischeedenken: „Steroide“. Und frage mich nach der Penisgröße. Im zweiten Gedanken jedoch empfinde ich Respekt. Denn diese Disziplin, den Körper so zu trainieren, ja täglich überzustrapazieren, die habe ich definitiv nicht. Früher, da hätte ich es mir gewünscht, auch einen solchen Körper zu haben, vielleicht, weil auch in mir ein kleiner Narzisst steckt, aber sicher, weil ich dachte: Damit bekommt man die Mädels.

Und in der Tat scheint es zu stimmen: Stallone und Schwarzenegger hatten mehrere Ehen oder Affären, Kollegah der Boss (der aktuell wohl muskulöseste Promi) kann sich wohl auch nicht retten. Aber wenn man sich umhört, wird wohl eine Mehrheit sagen: „Das ist mir zuviel“. Aber ich mutmaße: Der Satz ist so ehrlich, wie die männliche Aussage: „Diese Brüste sind mir aber zu groß“.

[1] Was das ist, dürft ihr gerne googlen.

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